Die Besichtigung einer Immobilie

Eine Besichtigung von Immobilien in Portugal verläuft per se nicht groß anders als in anderen Ländern. Ein Unterschied besteht jedoch darin, dass sich gerade größere Firmen den Besuch der Immobilie durch eine Unterschrift protokollieren lassen. Dies löst des Öfteren Irritationen bei den Käufern aus, da Sie etwas unterschreiben sollen, was Sie nicht verstehen können. Hintergrund der Unterschrift sind jedoch interne Prozesse und keine schlechten Intentionen. Im Zweifel unterschreiben Sie einfach mit "Mickey Mouse".

 

Wir haben eine Reihe von Tipps in einer Checkliste zusammengestellt, welche Ihnen die Besichtigung von Immobilien in Portugal erleichtern soll:

  • Man kann bei Google das Haus und die Umgebung schon vor dem Besuch erkunden. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um sich vorher ein Bild zumachen und bei Bedarf den Termin abzusagen.
  • Prüfen Sie die Fotos in den Inseraten bereits im Vorfeld auf Feuchtigkeitsprobleme. Viele Schäden oder Wandverfärbungen kann man schon auf den Bildern erkennen.
  • Seien Sie zum vereinbarten Termin pünktlich. Auch wenn Sie ggfs. im Urlaub sind und es sich um ein südeuropäisches Land handelt, wird der Makler nach einiger Zeit gehen und nicht so schnell wieder zurückkommen.
  • Falls Ihnen die Immobilie gefällt, sollten Sie dies erst einmal für sich behalten. Wir haben es schon oft erlebt, dass Kunden euphorisch durch das Haus liefen und sich später darüber wunderten, dass sich die Preisverhandlungen schwierig gestalten. Bleiben Sie "cool".
  • In Portugal ist der Möbelgeschmack landesüblich. Manche Kunden betrachten mehr den Einrichtungsstil als die Beschaffenheit des Hauses. Konzentrieren Sie sich auf das Haus und nicht die Möbel.
  • Fragen Sie den Makler alles, was Ihnen wichtig erscheint. Im Zweifel sollten Sie sich aber nicht auf die Aussagen des Maklers oder des Eigentümers verlassen. Viele Punkte wie Baumöglichkeiten, Nachbargrundstücke etc. sollten Sie durch einen Anwalt mit der Stadtverwaltung abklären.
  • Achten Sie auf Feuchtigkeitsschäden an den Wänden. Insbesondere die Bereiche um die Fenster und Wetterseiten sind oft anfällige Schwachstellen. In Portugal werden auch oft keine Feuchtigkeitssperren verbaut, was sich in den Bereichen der Fußleisten erkennen lässt.
  • Lassen Sie sich auch Stellen in der Immobilie zeigen, die eventuell nicht sofort zugänglich sind. Hat das Haus einen Zugang zum Dachboden, dann schauen Sie sich diesen unbedingt an. Schauen Sie auch hinter Schränke wenn möglich. Im Keller sieht es meistens eher unaufgeräumt aus. Sie sollten aber trotzdem in den Ecken schauen, ob sich Baumängel oder Feuchtigkeit erkennen lassen. Falsche Zurückhaltung ist hier fehl am Platz
  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zur Besichtigung und machen Sie bei Bedarf auch Fotos. Wir haben es schon öfters erlebt, dass Käufer durch die Immobilie laufen und später Fragen offenbleiben.
  • Nehmen Sie sich Zeit, um die Umgebung des Hauses zu erkunden. Machen Sie einen längeren Spaziergang oder fahren Sie die Gegend mit dem Auto ab. Ggfs. lohnt es sich, zu einer anderen Tageszeit noch einmal zur Immobilie zurückzukehren und sich einen zweiten Eindruck zu machen. Schließen Sie aus, dass Sie nichts wesentlich stört wie zum Beispiel laute Hunde, Straßenlärm oder Hotels in der Umgebung.
  • Prüfen Sie beim Besuch der Immobilie die Ausrichtung zur Sonne. Jeder hat hier seine eigenen Vorstellungen. Manche mögen es sehr sonnig und manche eher geschützt.
  • Manche Häuser sind bereits in touristischer Vermietung und werden auch als solche angepriesen. Lassen Sie sich in solchen Fällen auf jeden Fall die Übersicht der Mieteinnahmen zeigen und lesen Sie sich die Kommentare der Besucher durch. Beides lassen moderne Portale wie Airbnb oder Booking ohne großen Aufwand zu.
  • Achten Sie darauf, was der Verkäufer oder Makler Ihnen während der Besichtigung erzählt. Gerne wird z.B. bei vorherigen Renovierungen auch mal etwas übertrieben, was dabei alles überarbeitet wurde. Alle diese Informationen nutzen wir später für die Preisverhandlungen.